Kleiner Engel

Eine kleine Weihnachtsgeschichte zum Weitererzählen

Es war einmal ein kleines Engelchen. Erstmals durfte es im Himmel gemeinsam mit dem Christkind und dem Weihnachtsmann die Geschenke für die Kinder verpacken. Das Engelchen war sehr gewissenhaft, es legte lustige Spielsachen in die Kartons und umwickelte diese sorgsam mit goldenem Geschenkpapier. „So, jetzt noch eine Schleife, fertig“, sagte das Engelchen. Dann wurde es sehr traurig.
„Ich packe so viele schöne Geschenke ein und sehe gar nicht, wer sie bekommt“, dachte es. Nein, damit wollte sich das Engelchen nicht zufrieden geben. „Aber der Weihnachtsmann. Der teilt die Geschenke doch mit seinem Rentierschlitten aus. Der fährt zu all den lieben Kindern“, rief es und eilte zum Weihnachtsmann. „Bitte, bitte, lieber Weihnachtsmann, lass mich mitfahren“, bettelte es.
Doch der gute Mann musste sehr streng sein, denn alle Engelchen im Himmel wollten natürlich mit ihm mitkommen. Diese Privileg hatten jedoch nur die größeren Engel mit mehr Erfahrung im Geschenke verteilen. „Nein, meine Kleine, das geht nicht“, sagte er zu unserem Engelchen. „Erst in ein paar Jahren darfst du auch mit.“ Das Engelchen weinte zuerst bitterlich über diese Entscheidung. Aber es war auch ein wenig ein Laus-Engel und dachte gar nicht daran, brav und gehorsam zu sein. Es setzte sich einfach in das letzte Geschenk, das es einpacken musste. Es war ein sehr großes Geschenk, sodass sich das Engelchen gut darin verstecken konnte. „Eisenbahn für Thomas“ stand auf dem Karton.
Niemand merkte in der Weihnachtswerkstatt, dass das Engelchen verschwunden war. Viel zu groß war die Hektik, noch alle Geschenke rechtzeitig fertig zu bringen. Der Schlitten wurde beladen und schon ging es auf Reisen. Das Engelchen spitzte neugierig durch ein Loch in der Pappschachtel, um auch ja nichts zu versäumen.
Der Rentierschlitten sauste nur so über den tiefblauen Abendhimmel dahin. Der Weihnachtsmann hatte es eilig, sodass es den Schlitten hin- und herwarf, wenn sich die Rentiere in eine Kurve der Himmelsautobahn legten. Dabei wurde das Engelchen arg geschüttelt, aber das fand es total lustig. Immer wenn der Weihnachtsmann seinen Rentieren „Hoho, schneller“ zurief, juchzte das Engelchen vor Freude laut auf. Der Weihnachtsmann hörte das zwar, dachte aber, seine Rentiere haben geniest.
So erlebte das Engelchen, wie die Geschenke zu den Kindern kommen. Und als der Weihnachtsmann fertig war, hatte er das Engelchen in seinem Paket natürlich mit ausgeteilt. Wo es wohl gelandet ist? Wer weiß, vielleicht sitzt es ja ein einem eurer Geschenke am Heiligen Abend unter dem Christbaum und wartet sehnsüchtig daraus, dass ihr es auspackt?

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