Wenn Dichtkunst die Ewigkeit überdauert

 

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3. Poetischer Abend fesselte  Jung und Alt

Von Ulla Britta Baumer

Waldsassen. Erstaunlich, wie  Poesie manchmal die Ewigkeit überdauert. Dazu gehört der Popsong der 70er Jahre „Weißt du, wo die Blumen sind?“, den beim 3. Poetischen Abend im Café LebensArt am 3. Januar 2014 Oldies wie Jugendliche auswendig mitsangen. Angestimmt hatte ihn Liedermacherin Hülya Kandemir an diesem wieder sehr harmonischen Poetenabend, der gut 40 Hobbyschriftsteller, Gelegenheitsautoren und Zuhörer in seinen Bann zog. Hülya Kandemir war rein zufällig dabei, gab dem Abend aber eine exklusive „Würze“ mit zwei spontan gesungenen Liedern und ihrer Philosophie über die Beständigkeit des geschriebenen Wortes. 18 Jahren jung zog Hülya Kandemir aus, weg von Plößberg, um ihren Lebenssinn mit Folklore zu finden. Jetzt lebt sie in München als Sängerin, hat das Buch „Himmelstochter“ geschrieben und gibt Konzerte. Gekommen war sie wegen ihrer Nichte Meryem Kandemir aus Tirschenreuth. Die 18-Jährige trug Slam-Texte vor, Familienmitglieder und Freundinnen begleiteten das hochbegabte Mädchen, das mit einem Tagebucheintrag und tiefsinnig-rebellischen Texten einer Jugendlichen flugs die Herzen der Zuhörer erreichte. Unentbehrlich und ebenso beeindruckend setzten die jungen Gitarristinnen Jenny und Natalie Horn aus Waldsassen zusammen mit dem angehenden Musikstudenten Matthias Wolf aus Bärnau der Poesie das sprichwörtliche I-Tüpfelchen auf. Dichtkunst, selbst verfasst und vertont, hatte Matthias „Matze“ Wolf mit seinem Lied „Moonlight“ dabei.

So wechselten sich „alte Hasen“ der Schreibkunst, wie Hans G. Lauth aus Wiesau und Walter Pilsak aus Waldsassen mit Neulingen – die sich ein wenig aufgeregt ans Lesetischchen setzten – und erstaunlich viel jungen Leuten ab. Künstlerisch umgesetzt haben Lauth und Pilsak ihre Gedankenwelt zudem in Form von Lichtmalerei. Das sind surrealistische Fotografien, aufgenommen mit einer speziellen Belichtungstechnik. Mit Nachdenklichem überraschten Hildegard Lauth, Psychologische Beraterin aus Wiesau und Margret Seer, Seniorchefin des Modehauses Jäger & Turba Tirschenreuth. Als Profi überzeugte der zweifache Hobbybuchautor Johann Spörer aus Pullenreuth, von  Christa Vogl aus Guttenberg gab es unter anderem eine humorvolle Beschreibung eines Kuchenrezeptes der Großmutter, die mit Maßeinheiten wie  „a bisserl“, „a Tröpferl“ oder „a Stückerl“ kocht. Von Oberpfälzer Dialekt bis serbische Dichtkunst (dank Künstler Tom Brankovic aus Plößberg), von humoristisch bis philosophisch war wieder alles dabei beim dritten Treffen der Stiftland-Poeten. 

Und es wurden auch neue Pläne geschmiedet wie das Veröffentlichen der dargebotenen Dichtkunst in einem Jahresbuch oder ein Besuch von Dichterkollegen in Brankovic’s Heimat Serbien beim  dortigen internationalen Lyrikerfestival. Der nächste Poetische Abend findet voraussichtlich im April statt. Interessenten können sich bereits per Mail bei ullabritta.baumer@gmx.de melden und werden vorgemerkt. (Foto: Meyrem Kandemir, Fotoautor: Hans G. Lauth)

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